Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Mit ihren beiden Kindern Bob und Kim leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort – eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn, mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch.

Nach seinem Erfolgsfilm THE LOBSTER wurde der Kult-Regisseur Yorgos Lanthimos für THE KILLING OF A SACRED DEER dieses Jahr in Cannes mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet. In bester SHINING-Manier erzählt er darin, angelehnt an die griechische Mythologie, eine absurde Rachegeschichte. Neben dem irischen Shooting-Star Barry Keoghan (DUNKIRK) brillieren in den Hauptrollen Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman und Golden-Globe-Gewinner Colin Farrell.

Nach dem Kritikerhit THE LOBSTER, der 2015 in Cannes mit dem Preis der Jury prämiert wurde, nahmen Yorgos Lanthimos und Efthimis Filippou gleich ihr nächstes Projekt in Angriff. „Die Geschichte wandelt und entwickelt sich ständig weiter“, beschreibt Lanthimos den Arbeitsprozess. „Denn unser Ausgangspunkt für ein Drehbuch kann alles Mögliche sein. Mal ist es ein Grundgedanke, mal beschäftigen wir uns mit einem Zustand, einer bestimmten Situation oder einer Figurenkonstellation, die uns reizt.“ Die Idee, aus der schließlich THE KILLING OF A SACRED DEER entstand, sei ein Teenager gewesen, der den Tod seines Vaters rächen will.

„Dieser Junge hat seinen Vater verloren und fordert ausgleichende Gerechtigkeit, indem er den Arzt, der seinen Vater operiert hat, zur Verantwortung zieht“, erläutert Lanthimos. Der 16-jährige Martin sucht einen Schuldigen für seinen Verlust und glaubt ihn in Herzchirurg Steven gefunden zu haben. „Das war der Ausgangspunkt für unser Skript“, führt der Filmemacher aus. „Aber dann entstand daraus ein wesentlich komplexeres Gefüge mit paranormalen Elementen, die – so eigenartig es klingt – nur logisch und konsequent erscheinen, wenn sie in die Handlung Einzug halten. Indem wir die Situation zuspitzen und den Druck auf die Charaktere stetig erhöhen, enthüllen wir mehr und mehr die menschliche Natur.“ „THE KILLING OF A SACRED DEER erzählt von Gerechtigkeit, Vergeltung, Loyalität und Entscheidungen – die nicht unbedingt richtig oder fair ausfallen, wenn uns das Leben mit einem schweren Dilemma konfrontiert“, so Lanthimos' Fazit.

Dass er mit THE KILLING OF A SACRED A DEER erstmals einen Film in den USA drehte, war nur folgerichtig, meint der Regisseur: „Dieses Projekt wirkte auf mich eher wie ein amerikanischer Film. Ich folge bei der Arbeit meinem Instinkt, deshalb kann ich eigentlich gar keine konkreten Gründe nennen. Fest steht jedoch, dass ich vorerst weiterhin in englischer Sprache drehen möchte. Das grenzt die Optionen also schon mal ein.“ „Wir haben lange darüber diskutiert, ob THE KILLING OF THE SACRED DEER ein britischer oder ein amerikanischer Film werden soll“, fährt Yorgos Lanthimos fort. „Aber angesichts des Themas, der Verquickung vertrauter Genres und sogar der Mediziner-Welt, in der sich Steven und Anna bewegen, fand ich, dass dieser Film in die USA gehört. Es gab also diverse Punkte, die mir die Entscheidung für den Schauplatz erleichterten. Wenn man für alles offen ist, braucht man sich nur noch auf Details zu konzentrieren, um seine Wahl zu treffen.“

„Ich muss zugeben, dass es mir Spaß gemacht hat, in den Staaten zu drehen“, so Lanthimos weiter. „Ich habe noch nie in Metropolen wie New York oder Los Angeles gearbeitet, aber in einer kleineren Stadt wie Cincinnati war das angenehm unproblematisch. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute enthusiastischer sind, wenn in ihrer Stadt mal ein Film gedreht wird. Und man kommt leichter von A nach B, ist insgesamt flexibler und genießt mehr Freiheiten. Es gibt buchstäblich nicht so viele Steine im Weg und weniger Auflagen, die man befolgen muss. So gestaltete sich der Dreh auch aus kreativer Sicht leicht, denn jede praktische Entscheidung beeinflusst ja letztlich das künstlerische Ergebnis. Ich kann also sagen: Alles in allem war es ein Genuss, in den USA zu arbeiten.“

BESETZUNG

 
Steven Murphy COLIN FARRELL
Anna Murphy NICOLE KIDMAN
Martin BARRY KEOGHAN
Martins Mutter ALICIA SILVERSTONE
Kim Murphy RAFFEY CASSIDY
Bob Murphy SUNNY SULJIC
Matthew BILL CAMP
   

STAB

 
Regie YORGOS LANTHIMOS
Drehbuch YORGOS LANTHIMOS, EFTHIMIS FILIPPOU
Kamera THIMIOS BAKATAKIS (G.S.C.)
Schnitt YORGOS MAVROPSARIDIS (A.C.E.)
Sounddesign JOHNNIE BURN
Production Design JADE HEALY
Kostüm NANCY STEINER
Casting FRANCINE MAISLER (C.S.A.)
Produzenten ED GUINEY, YORGOS LANTHIMOS